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Kindergartenneuling

 

Liebe Eltern

 

Stellen Sie sich folgende Situation vor:

Sie sind zu einem Fest eingeladen. Sie kennen dort niemanden.

Als Sie den Raum betreten, scheinen alle beschäftigt. Einige reden konzentriert miteinander, andere stehen in Kleingruppen zusammen, lachen und gestikulieren fröhlich. Jeder scheint sich wohl zu fühlen, nur Sie nicht. Sie würden am liebsten davonrennen.

So fühlt sich manches Kind, wenn es neu in eine Kindergartengruppe kommt.

 

Welche Anpassungsfähigkeit wird von einem kleinen Menschen beim Kindergarteneintritt erwartet. Das Kind trifft auf fremde Kinder, fremde Erwachsene in einer fremden Umgebung – und dann kommt noch die Erwartung der Erwachsenen: es soll sich hier wohlfühlen.

Jedes Kind meistert die erste Zeit im Kindergarten anders. Dabei spielt auch eine Rolle, welche Erfahrungen es bereits gemacht hat. Hat es eine Krabbel - bzw. Spielgruppe besucht und blieb es dort vielleicht auch ohne Elternteil in dieser Gruppe ?

War es bei einer Tagesmutter, alleine oder mit anderen Kindern ? Oder- verbrachte es auch schon hin – und wieder ein paar Tage ohne Eltern bei Oma und Opa ?

Kurz: Wurde das Kind bereits in einer Kindergruppe betreut, war es schon von den Eltern getrennt und hat es bereits Kontakte zu anderen Erwachsenen aufgebaut ? Je mehr Erfahrungen es in diesen Bereichen gesammelt hat, desto leichter wird es ihm fallen, sich im Kindergaren zurechtzufinden. Die erste Zeit ist entscheidend für das weitere Kindergartenleben.

Versuchen Sie deshalb, in dieser Zeit für Ihr Kind dazusein und weiteren Stress zu vermeiden!

Wie lange Ihr Kind braucht, um sich einzugewöhnen, kann Ihnen vorher niemand sagen. Manche Kinder haben in der ersten Zeit Probleme, andere sind in den ersten Tagen begeistert und geraten erst nach einigen Wochen in die Eingewöhnungskrise, wieder andere gehen vom ersten bis zum letzten Tage gerne in den Kindergarten.

In der Regel haben sich Kinder aber nach zwei bis drei Wochen in der neuen Einrichtung eingelebt.

Die Erzieherinnen werden Sie und Ihr Kind in den ersten Wochen unterstützen, indem sie versuchen, Ihnen das Abschiednehmen zu erleichtern und Ihrem Kind zu zeigen, dass es im Kindergarten erwartet wird und es willkommen ist. Sie erklären Ihrem Kind u.a. in den ersten Tagen, wo sein Kleiderhaken ist und welches Symbol dazugehört, sie zeigen den Waschraum mit dem entsprechenden Handtuchhaken.

Dabei erfährt Ihr Kind:  Ich habe meinen festen Platz im Kindergarten.

Das gibt Sicherheit in der neuen und fremden Umgebung.

 

Tränen beim Abschied:

Kinder reagieren sehr unterschiedlich auf Trennungsschmerz. Während die einen mit Wutanfällen, Tränen oder Bauchweh zeigen, wie aufgewühlt sie sind, verschließen  sich andere und ziehen sich still in eine Ecke zurück.

Sie können Ihrem Kind in dieser schwierigen Zeit helfen, indem Sie ihm Raum geben, seine Gefühle auszuleben, und es dabei  begleiten. Sprechen Sie immer mit den jeweiligen Erzieherinnen. Manchmal ist es auch gut, Ihr Kind in der ersten Zeit etwas eher abzu-holen . Die zeitlichen Abstände können nach und nach  verlängert werden.

Wir Erzieherinnen erkennen den Zeitpunkt  meist sehr gut, an dem Ihr Kind bereit ist, loszulassen. Abschiednehmen kann traurig machen, und wer traurig ist, muss manchmal weinen. Kommt es zu Tränen bei der täglichen Ablösung von der Mutter oder Vater, müssen wir als Erzieherinnen und Sie als Eltern dem Kind signalisieren, dass wir die Gefühle des Kindes ernst nehmen.

„Ich kann verstehen, dass du jetzt traurig bist, aber es wäre schön, wenn du jetzt bleibst.“

Manchmal können Abschiedstränen auch zur Machtprobe werden. Wenn Sie z.Zt. des öfteren solche Kämpfe mit Ihrem Kind austragen, sagen sie ihm, dass sie jetzt gehen,- und dann gehen Sie ( in Absprache mit den Erzieherinnen ) .

Um sicher zu sein, dass es Ihrem Kind gut geht und es sich trotz des kleinen

„ Machtkampfes“ wieder wohlfühlt, können Sie im Laufe des Kindergartenvormittages im Kindergarten anrufen bzw. die Erzieherinnen  rufen Sie an.

Anfängliche Ängste und Befürchtungen seitens der Eltern verflüchtigen sich meistens, wenn sie sehen, dass Ihr Kind mittags gut gelaunt und zufrieden den Kindergarten verlässt.

Besonders wichtig ist in der Eingewöhnungsphase, dass Sie am Anfang Ihr Kind nicht zusätzlich mit eigenen Ängsten und Befürchtungen belasten.

Versuchen Sie beispielsweise bei einer auch für Sie schmerzlichen Trennung  Ihrem Kind keine Doppelbotschaften mit auf den Weg zu geben, etwa indem Sie sagen:

 „ Ich möchte, dass du jetzt mit deiner Erzieherin in den Gruppenraum gehst“ und dabei das Kind fest an sch drücken und nicht loslassen. Ein solches Verhalten verunsichert das Kind, weil es nicht weiß, wie es sich verhalten soll. Es spürt Unsicherheiten bei dem Menschen, dessen Sicherheit und Stärke es jetzt braucht, um diese Situation zu meistern.

 

Kleine Tipps, um den Einstieg zu meistern :

  • Entwickeln Sie mit Ihrem Kind ein Abschiedsritual, dass ihm Sicherheit verleiht, beispielsweise Sie geben ihm links und rechts ein Küsschen. Das Kind sagt: „ Schöne Grüße an den Papa/ Mama.“ Sie winken noch einmal im Ausgang. Stimmen Sie aber immer mit Ihrem Kind ab, wann das Ritual verändert oder fallen gelassen werden kann.

  • Vertauschen Sie beim Abschied die Rollen. Ihr Kind soll sich von Ihnen vor der jeweiligen Gruppe verabschieden. Es übernimmt dabei die aktive Rolle: es wird nicht verlassen, sondern geht von Ihnen weg in die Gruppe.

  • Wenn der Abschied im Kindergarten zu schwer fällt, überlegen Sie, ob eine andere Person ( anderer Elternteil, Mutter/ Vater von einemanderen Kindergartenkind ) Ihr Kind in die Einrichtung bringen könnte. Vielleicht fällt der Abschied zu Hause leichter

  • Lassen Sie Ihr Kind ein Plüschtier oder ein Lieblingsspielzeug auswählen, dass es morgens mit zum Kindergarten nehmen darf. In traurigen Momenten wird es Ihr Kind trösten.

  • Sprechen Sie immer wieder mit den jeweiligen Erzieherinnen über Ihre Eindrücke. Wie schätzten sie das Verhalten Ihres Kindes beim Abschiednehmen ein? Was können sie ihrer Ansicht nach Ihrem Kind zumuten?

 

Wir möchten, dass sich Ihr Kind und Sie sich in unserer Einrichtung wohlfühlen.Wir möchten mit Ihnen ins Gespräch kommen, nicht nur beim Bringen und Abholen.

Darum werden wir im Oktober nachmittags nach Terminabsprachen  Elterngespräche für die Eltern unserer Kindergartenneulinge anbieten

( Terminzettel werden rechtzeitig ausgehängt).

Wir haben einen Leitfaden für das Eingewöhnungsgespräch entwickelt, gegenseitige Eindrücke und Erfahrungen sollen in diesen Gesprächen ausgetauscht werden.

Gemeinsam werden wir die Eingewöhnungsphase meistern.

Einladungen werden rechtzeitig mitgegeben. Sie können sich dann rechtzeitig für einen Termin entscheiden.

 

 

Wir wünschen unseren Kindergartenneulingen, Ihnen und uns einen guten Start in den neuen Lebensabschnitt „ Kindergarten“.

 

Auf gute Zusammenarbeit hofft Ihr Kindergarten.